Öl

Ölbilder auf Leinwand, Holz und Karton

Hautspannung

Aktmalerei in Öl verlangt zunächst ein Gefühl für Proportionen und Plastizität. Den nachfolgenden  Ausführungen lagen Kohle-, Pastell- und Graphit-Skizzen aus dem Aktunterricht zugrunde, die auf größere Fotokarton Formate (100 x 70 cm) und Leinwände (140 x 75 cm) mit Licht und Schatten Effekten in Graphit übertragen wurden. Details, wie z.B. Hände, wurden nochmals nachgestellt und einzeln ins Bild hinein gesetzt.

Alle Figuren wurden zunächst in Öl auf mit Emulsion (EVA, altrosa) präparierte Blätter/Leinwände gemalt. Auf die Nachbearbeitung des Hintergrunds wurde bewusst verzichtet. Dadurch wirken die Bilder jetzt „grafisch“ mit wenig Tiefenschärfe. In einen weiteren Arbeitsgang wurde versuchsweise der Hintergrund von zwei Aktbildern nachgearbeitet und mit Emulsionen in Grau, Blau, Violett und Rot behandelt. Die Licht-/Schattenwirkung verstärkt nun die Plastizität der Figur. Allerdings nimmt der neue Hintergrund auch einen Teil der Aufmerksamkeit des Betrachters in Beschlag, sodass das Auge zu wandern beginnt.

Die Arbeiten entstanden an der Freien Kunstakademie in Überlingen im Dezember 2017 und bilden eine Serie mit den Portraits in Öl und Acryl, die im Herbst abgeschlossen wurden. Aus einer Grundmischung von Hautfarbe –Typ und Kalt- Warmabwandlungen wurden auf der Palette fünf bis sechs Grundtöne gemischt und flächig ins Bild gesetzt und anschließend nass in nass vermalt.

Farbflächen

Mark Rothko (* 12. September 1903 in Dünaburg, Lettland, als Markus Rothkowitz; † 25. Februar 1970 in New York) war ein amerikanischer Maler des Abstrakten Expressionismus und Wegbereiter der Farbfeldmalerei.

Mit seinem ab 1949 entstehenden Hauptwerk gehört Mark Rothko zu den bedeutendsten Repräsentanten des Abstrakten Expressionismus und der Farbfeldmalerei, die maßgeblich von ihm geprägt wurde. Rothko ist besonders bekannt durch seine großformatigen Ölgemälde mit gestapelten, ineinander verschwimmenden, monochromen Farbflächen. Manche dieser Werke erreichen eine Höhe von über 3 m.

Rothko hatte genaue Vorstellungen bezüglich der Hängung und Beleuchtung (in eher schwach beleuchteten Räumen) und empfahl, die Gemälde aus circa 45 cm Entfernung zu betrachten. Ein zentrales Anliegen seiner Werke ist die intensive Betrachter-Bild-Beziehung, die durch eine rein auf die Wirkung der Farbe ausgerichtete, nicht figurative Malerei erreicht werden soll. Schon 1947 äußerte er: „Ein Bild lebt in Gemeinschaft, indem es sich in den Augen des einfühlsamen Betrachters entfaltet und dadurch in ihm auflebt. Es stirbt, wenn diese Gemeinschaft fehlt. Deshalb ist es ein gewagtes und gefühlloses Unterfangen, ein Bild in die Welt zu entsenden.“  Rothko kommentierte ansonsten sein eigenes Werk fast nie und lehnte insbesondere nach 1950 jeden interpretatorischen Hinweis ab. Stattdessen bekannte er: „Bilder müssen geheimnisvoll sein.“ 1965 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Depressionsforscher nannten  Rothko als Beispiel für eine manisch-depressive Persönlichkeit, deren depressive Lebensphasen sich signifikant im farblichen Wechsel seiner Arbeit nachweisen lassen. 1970 tötete sich Rothko in seinem Atelier.  (Quelle: Wikipedia)

An der Freien Kunstakademie Überlingen sind wir dem Hauptwerk Rothkos gefolgt und haben versucht, mehrere Leinwände in unterschiedlichen Formaten in den Farbschichten Rot, vorrangiges Blau, Weiß und Orange zu bearbeiten. Die Frage nach der Maltechnik konnte uns keiner so richtig beantworten. Restauratoren der Modern Tate in London und MOMA in New York berichteten, dass Rothko´s Farbaufträge sehr flüssig waren und er neben Öl (Terpentin) auch Lackfarben (Lösungsmittel) einsetze.  Die Aufträge sind meist in zweistelliger Anzahl erfolgt, die Wartezeiten dazwischen variieren (einige Stunden bis zu mehreren Tagen) und die Kanten der Farbflächen wurden speziell verwischt und teilkweise wieder aufgelöst.  insgesamt entstanden sieben Gemälde, die Rothko nachempfunden sind.

Portraits in Acryl und Öl

Anders als in der Zeichnung ist in der Malerei die Gesichtsdarstellung befreit von der Kontur, so dass die Abbildung wesentlich freier ausgeführt werden kann als in der Zeichnung. Ein Hauptziel der Porträtmalerei liegt in der Abbildung eines Gesichtsausdruck oder einiger Ähnlichkeiten. Hierbei sind die kleinen Nuancen der Augen- und Mundstellung wichtig: Bereits mit wenigen Andeutungen und geringem Aufwand erreicht man häufig mehr als mit aufwendigen Schattenverläufen.
In der Ölmalerei kann die Farbe langsam nass-in-nass ineinander vermalt werden, so dass man in dieser Technik die Gesichtshauttöne und -valeurs gut malen kann. Der Farbauftrag mit dem Pinsel und das Mischen der Farbe sind dennoch nicht ganz leicht. Es bietet sich an, das Gesicht zunächst in Pastellkreiden als Entwurf zu skizzieren und danach in Öl auszuführen.
Die Acrylmalerei ist aufgrund ihrer maltechnischen Eigenschaften allgemein beliebt und wird auch gerne für das Gesichter Malen verwendet. Selbst mit entsprechenden Hilfsmitteln, den Trocknungsverzögerern, trocknet die Farbe zügig, so dass die Hautfarbe oftmals nicht in einem Malgang realistisch gemalt werden kann. Malt man hingegen das Gesicht lasierend und/oder in Schichten, kann man die notwendigen Valeurs gut hinbekommen. (Quelle: www.kunst-malerei.info)

Die hier gezeigten Arbeiten (Format DIN A3 auf weißem Karton) entstanden im September und Oktober 2017 als Bestandteil des dritten Semesters an der FKÜ Freien Kunstakademie Überlingen. Sie sind vorrangig in Acryl ausgeführt, manche in Öl,  und stellen Künstlerfreunde, Kollegen und Studenten an der FKÜ dar.

Seepromenade

Der Blick aus dem Fenster sollte das Motiv für die Abschlussarbeit des zweiten Semesters an der Freien Kunstakademie Überlingen werden. Der Malstil ist Cézanne nachempfunden, wenngleich sich auch andere Stilrichtungen eingeschlichen haben. Das Bild zeigt die Akademie an der Seepromenade in Überlingen in der Größe 80 x 60 cm, entstand im Mai 2017 und ist in Öl auf Leinwand ausgeführt.
Es war mir ein Anliegen, den Werdegang von der Skizze bis zum fertigen Bild zu dokumentieren. Deshalb sind in den weiteren Abbildungen auch die Einzelschritte und Details des mehrwöchigen Prozesses zu sehen.
Die Akademie für Führungskräfte an der Seepromenade in Überlingen besteht seit 60 Jahren und bietet Führungs- und Managementseminare, Beratung und Coaching für eine breite internationale Klientele an.

Auseinandersetzung mit Mondrian

Die Auseinandersetzung mit Piet Mondrian an der Freien Kunstakademie Überlingen gab Einblicke in seine unterschiedlichen Malepochen. Im Frühjahr 2017 entstanden kleine und mittelformatige Ölbilder in seiner typischen, sich über die Zeit verändernden Malweise.


Piet Mondrian ( * 7. März; † 1. Februar 1944) war ein niederländischer Maler der klassischen Moderne. Der Künstler, der die Stilrichtung des Neoplastizismus schuf, gilt als wichtigster Vertreter des niederländischen Konstruktivismus sowie der von Theo van Doesburg so bezeichneten Konkreten Kunst. Er gehörte mit seinem späteren Werk zu den Begründern der abstrakten Malerei.
Mondrian begann um 1900 im impressionistischen Stil der Haager Schule zu malen. Ab etwa 1908 arbeitete er unter dem Einfluss von Vincent van Gogh und des Fauvismus. Nach seiner Übersiedlung 1911 nach Paris wandte er sich unter dem Einfluss von Georges Braque und Pablo Picasso dem Kubismus zu. Ab den 1920er Jahren schuf Mondrian die bekannten streng geometrischen Gemälde, die dem Neoplastizismus zugerechnet werden. Ihre charakteristische Struktur aus einem schwarzen Raster, verbunden mit rechteckigen Flächen in den Grundfarben, führt bis in die Gegenwart zur Aufnahme in Kunst, Architektur, Mode, Werbung und Populärkultur. (Quelle Wikipedia)

Auf den Spuren von Morandi

An Giorgio Morandi scheiden sich die Geister. Den einen sind seine Stillleben zu wenig spektakulär, die anderen feiern den italienischen Maler der Stille als Markstein der Malerei des 20. Jahrhunderts An der Kunstakademie Überlingen sind wir seinen Spuren gefolgt und haben versucht, seinen Malstil nachzuempfinden und in eigenen, kleinformatigen Bildern (30 x 40 cm, 40 x 50 cm und 50 x 50 cm) auf Leinwand umzusetzen.
Giorgio Morandi gehört zu den bedeutendsten Stilllebenmalern. Dabei experimentierte er bis zum Schluss mit Flächigkeit und Räumlichkeit z. B. bei der malerischen Berücksichtigung von Schatten. Es wird viel davon gesprochen, dass er sich mit „Dingen“, mit „Gegenständen“ befasst und ihnen Würde und Geheimnis gegeben habe. Aber er malte nicht irgendwelche Objekte, sondern neben einigen Landschaften vor allem von Menschen für den täglichen Gebrauch verfertigte Schalen, Gefäße, Flaschen, Kannen, Becher, Vasen. Kennzeichnend und auffallend sind seine Blockbildung, zu der auch der Schattenwurf gehört, die Zentrierung im Bild und die Farbgebung, die melancholisch und romantisch, zärtlich und nachgiebig erscheinen, aber immer zurückhaltend in der Farbe und im Helldunkel erscheinen. (Quelle: Wikipedia)

Akt im Kubismus

Der analytische und synthetische Kubismus kennt viele Gestaltungsformen und bricht mit traditionellen Sichtweisen. Das zum Jahreswechel 2016/17 enstandene Bild (Öl auf Leinwand 80 x 60 cm) ist das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit Arbeiten von Pablo Picasso und Georges Braque, Robert Delaunay, Jean Metzinger, Giacomo Balla als Maler der Klassischen Moderne. Sie markiert die Abkehr von den seit der Renaissance gelehrten klassischen Theorien und Techniken. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten sich z.B. in Frankreich der Kubismus und Fauvismus, in Italien der Futurismus, in Deutschland der Expressionismus und an anderen Orten viele weitere Stilrichtungen, die unter dem Oberbegriff der Klassischen Moderne zusammengefasst sind .

Licht kommt von oben rechts und beleuchtet zwei Frauen, die mit Stangen hantieren. Die beiden Figuren entstammen einerseits dem Unterricht an der Freien Kunstakademie Überlingen FKÜ, andererseits einem Lehrbuch für Aktmalerei.
Der Hintergrund teilt sich diagonal in drei Helligkeitsebenen, abgegrenzt und deutlich zu sehen in der Anfangsskizze. Obwohl der analytische Kubismus keine Perspektive zulässt, und nur aus Flächen anstelle Volumina besteht, bin ich davon abgewichen. Die Einteilungen der Flächen sind in einer Art Zentralperspektive gegliedert. Es gibt einen Fluchtpunkt und eine Horizontlinie in der Mitte des Bildes. Geometrische Elemente wurden in dreidimensionaler treppenförmiger Weise angeordnet. Die Standfläche erzeugt durch Fluchtlinien ein räumliches Empfinden, einen eindeutigen Vordergrund. Die Begrenzungen der Flächen wurden durchgehend betont und durch eine entsprechende Rand- Untermalung in Violett verstärkt. Anders als im analytischen Kubismus erhält der Hintergrund dadurch eine Scharfzeichnung, fast konstruktiv.
Die farbliche Grundmischung beinhaltet ultramarines Titanblau und ein kaltes Rot mit etwas Ocker entlang der Schwarzskala. Diese Töne sind durchgehend in den weiteren Arbeitsschritten beibehalten worden und wurden zugunsten warmer Töne (Ocker) in den Figuren leicht verschoben.
Die Figuren sind zwar in den Skizzen und ersten Arbeitsschritten in reine Flächen gegliedert, ich bin aber beim Ausmalen davon wieder abgewichen. Anders als im Kubismus sind nun in den Figuren auch viele Rundungen zu sehen. Und schließlich entstand – eher ungewollt – wieder ein körperliches Volumen ohne die anfangs gesetzten Konturen und Begrenzungen.
Dadurch entstand aber ein zu großer Bruch in der geplanten Verbindung zwischen Hintergrund und Figuren. Konsequenterweise wurde die Scharfzeichnung im Hintergrund wieder abgeschwächt und die Flächenränder näher zueinander gesetzt, wodurch das Bild harmonischer wirkt.
Um die Entstehung des Bildes nachzuvollziehen, habe ich die Entstehungsphasen des Bildes Schritt für Schritt festgehalten und dokumentiert.

Analytischer Kubismus

Der analytische Kubismus lässt viele Freiheiten in der Darstellung des Motivs. Der Versuch einen Semiarstuhl mit integriertem Klapptisch kubistisch wiederzugeben, war die Aufgabe dieser Arbeit an der Kunstakademie Überlingen. Ausgangspunkt des Kubismus ist die Veranschaulichung der Form – die Darstellung des Dreidimensionalen und seiner Lage im Raum – auf der zweidimensionalen Fläche unter Wahrung der Einheit des Werks.

 

Der Begriff analytischer Kubismus geht auf die Schrift Der Weg zum Kubismus von Kahnweiler aus dem Jahr 1920 zurück. Im analytischen Kubismus wurde die geschlossene Form der dargestellten Körper zugunsten des Formenrhythmus aufgebrochen. Die Körperlichkeit der Dinge und ihre Lage im Raum konnten auf diese Weise dargestellt werden, ohne sie durch illustonistische Mittel (Farbe, Lichteinfall, Parall- und Punkt-Perspektiven) vorzutäuschen. In der Hauptphase des Kubismus vollzog sich ein Wandel in der Malerei. Seit der Renaissance hatte man das Licht als Farbe auf der Oberfläche des Körpers gemalt, um so die Form auf der Bildfläche zu bringen. Die Lichtführung spielte in den Arbeiten des analytischen Kubismus (Picasso,  Braques) nun eine untergeordnete Rolle. In den Gemälden wurde nicht festgelegt, von welcher Seite das Licht kommt.

Auch die notwendig eintretende „Deformation“ der Körper im Bild störte.  Sie wirkte bei vielen Beschauern quälend. Es entstand  der Konflikt zwischen der Deformation des „realen Gegenstandes“ als Ergebnis des „Formenrhythmus“, im Gegensatz zu den Erinnerungsbildern vom gleichen Gegenstand. Dies aber war unvermeidlich, solange eine auch nur entfernte „Naturähnlichkeit“ des Kunstwerkes diesen Konflikt auslöse.

Picasso und Braque gingen nun nicht mehr von einem angenommenen Vordergrund aus, sondern von einem festgelegten und dargestellten Hintergrund. Von diesem Hintergrund ausgehend malten sie nun nach vorne, in dem die Lage jedes Körpers deutlich durch sein Verhältnis zum festgelegten Hintergrund und den anderen Körpern dargestellt wurde. Auf diese Weise wurde die herkömmliche Aufteilung eines Bildes in Vorder-, Mittel- und Hintergrund aufgehoben.
Die Darstellungsweise ermöglicht es, die Bildgegenstände gleichzeitig (simultan) aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten (polyvalente Perspektive). Der Begriff der Simultaneität ist so in der kunsthistorischen Rezension zu einem Leitwort des Kubismus erwachsen. Oft erscheinen manche Bildteile transparent, wodurch simultan mehrere Ebenen sichtbar sind. Auf diese Weise entsteht die Wirkung einer „kristallinen“ Struktur. Die beiden Künstler Picasso und Braque erweiterten die Ebene der Zeichenverwendung im Bild, verarbeiteten Symbole und setzten dagegen inhaltsfreie Farbstrukturen. Dieser Mechanismus wurde im Jahr 1910 bis an die Grenze der reinen Abstraktion geführt. (Quelle: Wikipedia)

Riomaggiore als Diptychon

Großformatige Bilder erfordern Geduld und Disziplin, eine gewisse Konsequenz. So entstand im Oktober und November diese Darstellung von Riomaggiore (Cinque Terre, Toskana) in Öl auf Leinwand an der Kunstakademie Überlingen. Die angewandte Maltechnik orientierte sich erneut an Cézanne´s Alla Prima Technik mit leichten aber kontrastreichen Übermalungen der ersten Deckschicht im unteren und oberen Bereich des Bildes. Das Gemälde misst 117 cm x 160 cm und wurde als Diptychon gestaltet.


Als Diptychon („doppelt gefaltet‘) werden zweiteilige Relieftafeln oder zweigeteilte Gemälde bezeichnet, die in der Regel mit Scharnieren zum Aufklappen verbunden sind. Diptychen waren ursprünglich in der Spätantike paarweise zusammenhängende Schreibtäfelchen, zum Beispiel aus Holz oder Metall, deren vertiefte Innenflächen mit einer Wachsschicht bedeckt waren und mit einem Metallstift zu beschreiben waren. Mit Riemen oder Ringen zusammengehalten, konnte der Inhalt durch Zusammenklappen geschützt werden. Besonders kostbar sind die von spätantiken Konsuln und anderen Würdenträgern verschenkten Diptychen aus Elfenbein, die sich aus dem 4. bis 6. Jahrhundert erhalten haben.


Der Werdegang des hier vorliegenden Bildes unterteilt sich klassisch in drei Phasen: der Zeichnung in Kohle, der Untermalung (stellenweise als „alla prima“ ausgeführt) und der Deckschichtbemalung. Im Bildaufbau waren Perspektive und Lichteinfall die größten Herausforderungen. Während die Dorfmitte im Schatten liegt, sind die Häuser am Hang von der Sonne beleuchtet. Je weiter entfernt, desto verschwommener sind die Konturen und Details der Häuserfronten. Es wurde kein Wert auf Detailtreue gelegt, vielmehr sollte der impressionistische Charakter in den Vordergrund treten. Ein Versuch mit Lerneffekt.

Vorhang mit Krug und Apfel

Im Juli 2016 entstand ein Stillleben in Öl auf Leinwand (116 cm x 75 cm) an der Freien Kunstakademie Überlingen. Dem hier angewandten  Malstil liegen Techniken von Paul Cézanne zugrunde. Cézanne gilt als Methodiker der Farbe.  Als Malgrund verwendete Paul Cezanne weiß grundierte Leinwand. Mit Kohle skizzierte er die Konturen vor, um sie darauf mit flüssiger Ölfarbe nachzuziehen. Darauf malte er das Bild zügig in der Alla-Prima-Maltechnik, in dem er die Farben direkt nebeneinander setzte. Die Bilder leuchten, da er die Ölfarbe vorzugsweise dünn aufmalte und die weiße Grundierung das Bild wie von hinten beleuchtet. Meist malte er seine Bilder nass-in-nass, so dass sich die Ölfarbe mit den unteren Farbschichten teilweise vermischt.

Die Ölmalerei ist die künstlerische Malerei mit Ölfarben und gilt als „klassische Königsdisziplin“ der Kunst, die insbesondere bei Porträt-, Landschafts-, Stillleben- und Genremalerei zur Anwendung kommt. Die Haltbarkeit und Farbbrillanz der Ölmalerei ist unübertroffen. Öl ist als Bindemittel ein Hauptbestandteil der Ölfarbe, woraus sich die Bezeichnung für die Ölmalerei ableitet.

Der Begriff Primamalerei oder Alla-prima-Malerei ist abgeleitet von ital. prima „aufs erste“ oder von prima vista „auf den ersten Blick“. Mit dem Aufkommen von Tubenölfarben und der an Bedeutung zunehmenden Freilichtmalerei wurde die Primamalerei eine der häufigsten Öltechniken. Die Primamalerei bezeichnet ein Vorgehen, bei dem versucht wird, die Farbe gleich auf Anhieb in einem Arbeitsgang auf die richtige Stelle zu platzieren ohne spätere Korrekturen wie Retuschierung oder das Auswischen von feuchter Farbe. Das Mischen der Farbe erfolgt überwiegend auf der Palette; somit sind die einfach gehaltenen, auf wenige Farben beschränkten Farbmischungen, unkompliziert wieder zu finden. Der Maler hat bei der Primamalerei bereits die Endfassung des Bildes im Kopf und setzt jede Farbe als letztgültigen Farbton ein. Ihr Gegenstück ist die Schichtenmalerei, z. B. die Lasurmalerei mit ihrer Untermalung, die ihre Höhepunkte in der italienischen Renaissance und im niederländischen Barock hatte. Der Alla-prima-Malerei verwandt ist die Nass-in-Nass-Technik. Als ein Meister der Alla-prima-Malerei gilt Cézanne.  (Quelle: Wikipedia)