Zeichnung

Aktzeichnen

Unter Aktzeichnen versteht man die bildnerische Darstellung des nackten menschlichen Körpers. Beim Aktzeichnen steht die Skizze im Vordergrund. Im Gegensatz zum Akt Malen, bei dem Flächen, Farbe und Duktus des Pinselstriches im Vordergrund stehen, wird beim Aktzeichnen mit Konturen und Formen gearbeitet. Graphit, Kreide und Kohle kommen zum Einsatz. Es geht darum, Proportion, Bewegung, Geste, Haltung, Form, Licht und Schatten in Konturen und Schraffierungen zu fassen.

Zeichnen kann man lernen, es ist eine Frage der Übung, Malen dagegen benötigt Inspiration und Kreativität. So dient Aktzeichnen der Beobachtung und dem gedankenschnellen Übertragung des Beobachteten auf das Blatt. Vom Moment des Erfassens mit den Augen bis zum Wechsel des Blickes auf das Blatt, werden die Wahrnehmung, das Abspeichern und die Wiedergabe von Details trainiert.

Der Akt verzeiht dabei nicht. Jeder erkennt seht schnell Abweichungen und Unkonzentriertheit. Der menschliche Körper ist ähnlich wie das Portrait extrem intolerant auf Fehler und Ungenauigkeiten. Je häufiger trainiert wird, desto schneller und detailgetreuer wird die Zeichnung.

Das lebende Aktmodell ist wichtig, es lässt in jeder Situation eine Perspektivänderung zu, die der Proportionsfindung dient. Mit einer zweidimensionalen Fotografie als Vorbild lässt sich das kaum erreichen.  Am ehesten noch könnte eine Statue ähnlich wirkungsvoll als Modell eingesetzt werden.

Von Bedeutung ist auch die Kenntnis der anatomischen Grundlagen  und Zusammenhänge des menschlichen Körpers. Nicht, dass man ein Medizinstudium daraus machen sollte, aber der Blick auf ein Skelett oder in Trainingsbücher für Muskelpartien ist kein Fehler.

Unsere Dozenten an der Akademie der Bildenden Künste in Kolbermoor legen Wert auf sehr kurze und mittellange Zeichnungsintervalle. So werden am Beginn jeder Doppelstunde mehrere zweiminütige Aktskizzen gezeichnet.  Diesem Ritual folgen 15 minütige Stellungen, bei denen Details, wie Füße, Hände oder Kopfhaltungen geübt werden können. Wesentlich für eine gelungene Aktzeichnung ist auch die Erfassung der „Nervigkeit“, wie sie unser Prof. Markus Lüpertz, bezeichnet, also die Sichtbarmachung der körperlichen Spannung und Gliedrigkeit der Muskeln. Die Abbildung des unbekleideten Körpers in Spannung ist eine schwierige künstlerische Aufgabe. Das Ergebnis des Aktzeichnens bezeichnet man als Akt.

Portraits in Graphit

Im ersten Halbjahr 2017 enstanden im 3. Studiengang an der Freien Kunst Akademie in Überlingen mehere Kopf- und Ganzkörper-Zeichnungen in Kohle und Graphit. Studienkopf nennt man ein skizzenhaft, mehr zur Übung oder als Studie ausgeführtes Bildnis. Ein Porträt oder Portrait (von französisch portrait) bzw. Bildnis ist ein Gemälde, eine Zeichnung, eine Plastik oder eine andere Darstellung einer Person. Das Porträt zeigt in der Regel das Gesicht der Person.  Porträtieren ist die Anfertigung eines Porträts. Im engeren Sinn versteht man unter einem Porträt ein künstlerisches Bildnis. Ein porträtierender Künstler wird als Porträtist bezeichnet.

Ein Porträtist versucht in der Regel, nicht nur das Aussehen einer Person abzubilden, sondern auch ihr Wesen bzw. ihre Persönlichkeit im Porträt darzustellen (oder zu karikieren, zu übersteigern oder zu idealisieren). Zahlreiche namhafte Maler, Grafiker und Bildhauer haben sich intensiv mit Porträts befasst und dadurch zur Entwicklung einer großen Darstellungsvielfalt beigetragen. Die Porträtmalerei hat seit dem 17. Jahrhundert sehr stark an Bedeutung gewonnen. Seit dem 19. Jahrhundert hat die Porträtfotografie die Porträtmalerei ergänzt und ist auch in die Filmkunst als szenisches Element eingegangen.

Je nach der Größe des Bildausschnittes unterscheidet man in der Malerei Kopfstück, Brustbild, Hüftbild (halbe Figur), Halbfigur, Kniestück (Porträt vom Kopf bis zum Knie), Ganzfigur, nach der Haltung oder Wendung der Figur, besonders des Kopfes, bezeichnet man das Bildnis als von vorn (en face) oder von der Seite genommen (en profil), als Halb- oder Dreiviertelprofil. (Quelle: Wikipedia)

 

Skizzen

Eines der klassischen und beliebtesten Themen in der bildenden Kunst ist das Portrait. Ein Portrait zu zeichnen gehört jedoch nicht zu den einfachsten Übungen. Da unser Auge auf das Erkennen von Gesichtern trainiert ist, fallen uns Fehler und Unstimmigkeiten in Portraitzeichnungen sehr schnell auf. Doch auch wenn wir erkennen, dass etwas an der Zeichnung nicht richtig ist, fällt es vielen schwer zu sagen wo der Fehler liegt.

Anatomie

Neben den Aktstudien sind Detailstudien von Teilen des Körpers und Extremitäten von Bedeutung. Die Anatomie ist nicht zufällig das „grundlegendste“ Fach in der medizinischen Ausbildung. Nicht umsonst waren Teile dieses medizinischen Fachgebietes als Künstleranatomie traditionell auch an Kunstakademien ein wichtiges Grundlagenfach.
Die Begegnung der scheinbar so unterschiedlichen Welten von Kunst und Medizin ist in der Aktmalerei von besonderem Reiz. Die Faszination entsteht bei der Betrachtung, Wahrnehmung und Deutung des komplexen menschlichen Körpers und seiner Einzelteile, die in jedem Moment ein neues Ensemble ergeben, neue Posen einnehmen, neue Gestiken entstehen lassen. Unendlich ist die Vielzahl der Figuren, der Formen und der Wechselspiele, die zwischen einzelnen Partien stattfinden.

Studien Frauenakte

Ursprünglich ist mit Akt eine Bewegung des menschlichen Körpers gemeint. Entsprechend wurde der Begriff in der akademischen Malerei des 19. Jahrhunderts als Abbildung einer Gebärde oder Haltung verstanden, entsprechenden Positur des Modells beim Übergang von einer Bewegung zur nächsten. Um die Körperlichkeit des Menschen in der Darstellung hervorzuheben, werden die Modelle dabei nackt gemalt. Zur Ermöglichung der genauen Wiedergabe (beispielsweise der Körperproportionen und des Muskelspiels) muss das Modell während des gesamten Malvorgangs unbeweglich in ein und derselben Position verharren. Heute werden zu schulischen Zwecken die Positionen nur noch zwischen 10 und 2 Minuten gehalten.